Vorarlberg

Der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner habe bei der dieser Tage vorgenommenen Eröffnung des Golfclubs Lech von der siebenten „Golfperle“ seines Bundeslandes gesprochen. Diese Perle befindet sich im hochgelegenen Zugertal, der erste Abschlag immerhin auf 1.509 Meter ü. d. M. Damit wird der Slogan der Lecher in seiner Doppelbedeutung nachvollziehbar: „Golfgenuss auf höchstem Niveau“. Die Idee in Lech am Arlberg, der Wintersport Destination, einen Golfplatz zu bauen ist gute 40 Jahre alt. Die Widerstände vor Ort überwand der bodenständige Unternehmer, Bäcker und Hotelier Clemens Walch, er ging in Vorleistung, die Hoteliers der Gründerhotels stiegen ein. Allerdings – in unseren Breiten, in dieser Höhenlage, auf solchem Untergrund und unter strengsten Umweltauflagen einen Platz zu realisieren ist möglicherweise gewagt, wiewohl man beobachten kann, dass weltweit ein Trend besteht, Golfplätze in hohen Höhen und allgemeiner, in Extremlagen anzulegen.

Der 9 Loch Platz, Par 33/66: Auf flachem Boden des Zugertales umschlängelt der Kurs den Lech, und zwei Teiche. Loch 1: kurz, eng. Nach dem Durchschwung sieht der Golfer mit der Roten Wand (2.704 m) den Talschluss und – hoffentlich – seinen Ball. Bahn 2, Par 5: auch eng. Links ein trockengefallener Altarm des Lech, rechts ein steiler Hang mit farbenfrohen Almblumen bewachsen, so hoch, so dicht bedeckt, dass präzises Spiel essentiell ist. Nicht lang, jedoch überhaupt nicht breit: Das Tal, speziell die rechte Seite, ist schmal, Altarm und Lechbett verengen den Talboden zusätzlich, interessant wird es dort, wo man der Länge nach zwei Bahnen untergebracht vorfindet. Im weiteren Verlauf geht es hinüber und wieder zurück über den namensgebenden Bach. Die 6: eine Waldschneise. Schlanke Fichten bilden ein Spalier. In Analogie zu Augusta, wo dichtgedrängt stehende Zuschauer enge Abschläge formen. Der Wald ist erwähnenswert, denn die Bäume sind alt und edel, wegen der Höhenlage haben sie charakteristische Wuchsform. Das Lecher Signature Hole, die 7, Par 3: Der Abschlag hoch über dem Grün, in hohem Flug überwindet man mühelos den Stierlochbach. Zuvor fiel sein Wasser noch in Kaskaden herab. Abschlag mit Wasserfall-Rauschen-Begleitung.

Auf ein ehrliches Wort: Der Platz ist jung, das Gras frisch gesäht, das heurige Frühjahr und der bisherige Sommer waren kühl. Walser, Alemannen, Vorarlberger stehen nicht im Ruf zu schwafeln. Club Präsident Clemens Walch sagt ohne Umschweife, die Anwachsphase sei sehr kurz gewesen, die Fairways und die Grüns seien noch nicht in einem Idealzustand, weshalb man auch eine Greenfee-Reduktion gewähre. Walch: „Mir ist es lieber, die Leute wissen das, als sie kommen hierher und sind dann enttäuscht – so verärgere ma nur di Lüt.“ Sandra Moosbrugger, vom Gründerhotel Post Lech sagt: „Wir wissen, dass wir keine große Golfdestination werden, aber wir wollen unseren Gästen ein gutes zusätzliches Angebot machen.“ Walch, als Hotelier: „Ein hoher Prozentsatz unserer treuen Wintergäste sind Golfer, die wollen wir auch im Sommer und mit diesem Angebot nach Lech locken.“

Es wäre nicht Lech: PGA Head Golf Professional Michael Coventon hat, so sagt er, für Lech den Golf-Butler erfunden. Er organisiert eine helfende Hand, ein Mädchen für fast alles rund um Golf – vergleichbar einem exklusiven Ski-Guide. Der Butler fährt, bucht Startzeiten, sagt, wohin man zielen sollte, findet missratene Bälle und reserviert einen guten Tisch in einem Haubenlokal. Die Arlberger beherbergen eine bemerkenswerte Vereinigung und Clubs: Die Bruderschaft St. Christoph – „Vereinigung christlicher Nächstenliebe“ (seit 1386, Wiedergründung 1962, 20.000 Mitglieder). Der Ski-Club Arlberg (seit 1901, 8.000 Mitglieder). Jetzt kommen noch die „Friends of Golf Lech“ ins Spiel – also zum Golfspielen.

Gäste locken – Weitere Verlockungen: Das Hotel „Gasthof Post“*****:
„Gasthof“ könnte in Ostösterreich missverstanden werden. Nein, es handelt sich nicht um ein Dorfwirtshaus. Die Chefin des Hauses Sandra Moosbrugger: „Wir verwenden den Begriff, um unsere Gastlichkeit – der Gast steht bei uns im Mittelpunkt – zu betonen.“ Zimmer, Apartments und Suiten, Halbpensionsund Gourmet Küche ohne Unterschied auf höchstem Niveau entsprechen den Standards von „Relais & Châteaux“ – und entspricht auch,indemesein geschichtsträchtiges Haus ist: In der ehedem k. u. k. Poststation, wo Pferd wie Reiter bewirtet wurden, wird heute der Sommerwie Wintergast vorzüglichst umsorgt.

Schualhus:  Schon von außen ist das Ensemble mit Schulhaus, eher ein Häuschen, Kirche, ein Kirchlein mit Zwiebeltürmchen, und dem unaufdringlichen „Gasthof“ Rote Wand, der ein unterirdisch (im Wortsinn) ausgewachsenes „Alpen Sport Resort“ ist, einfach lieblich anzuschauen. Dann, so heißt es im Falstaff Restaurantguide, ist der Josef, Joschi, Walch innovativster Gastronom Österreichs – ein Grund ist seine Initiative Schualhus mit Jausestuba und Kuchiklub.
Jausestuba: Sogar wenn's Schusterbuben regnet oder etwa schneit, denn dann kann man getrost und romantisch drinnen sitzen, trinken und essen ... Jedenfalls, alles ist ohne Falsch in der Jausestuba.
Kuchiklub: Seine Qualitäten sind mit beschränkten Zeilen und ohne Schwärmerei, nicht zu beschreiben. Deshalb nur die Information: Drei-Haubenkoch Manuel Grabner rührt mit dem Kochlöffel und dirigiert vier weitere Köche vor den Augen und Nasen seiner Gäste. Es finden statt: Chef's Table, Kochwerkstatt und Alpine Food Lab.

Golf in Vorarlberg:
Dieses Mal haben wir außerdem besichtigt, besucht und bespielt:

Golfclub Riefensberg-Sulzberg:
Der Golfpark Bregenzerwald ist eingebettet in das sanfthügelige Weißach-Tal mit alten Baumgruppen und naturbelassenen Streuwiesen. Architekt Kurt Rossknecht hat mit sorgsam gesetzten Bunkern, Teichen und Grüns einen 18 Loch Platz für alle Spielstärken geformt. Umrahmt von der Kulisse der Voralpen findet man hier den ursprünglichen Charme des Spiels: mit breiten Fairways, schmalen Korridoren, herausfordernden Hang- und Schräglagen.

Golfclub Montfort Rankweil:
Der Platz im Rheintal am Rande der Ebene des "Rankweiler Weitrieds" ist flach. Auf den ersten neun Löcher liegt der Fokus auf genauem Spiel, die zweiten Neun erlauben durch breite Landezonen lange Drives und verlangen sie, um die Greens in Regulation zu erreichen. Klug gesetzte Bunker bewachen die modulierten Grüns. Präsident Richard Fischer meint: „Das Golfspiel ist so wie das Leben, manchmal Freude, manchmal Leiden, und das Ziel ist das Bewegen.“

www.golfvorarlberg.at

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