HUT COUTURE

Es ist schon interessant, was einem so alles einfällt, wenn man über den Golfsport nachdenkt. Vor allem mir, die das ganze Jahr über für euch „on tour“ ist, Geschichten und Erlebnisse aufspürt, die spannend, informativ und unterhaltsam sind. Heute zum Beispiel berichte ich euch über meine Beobachtungen zum Thema „Gut behütet übers Fairway!“ Warum? Weil ich sicher bin, dass bei Golferinnen und Golfern der Stil meistens „ganz oben“ beginnt, und ich bei meinem Longstay auf Mallorca im Pula Golf Resort mal wieder mehr auf das geschaut habe, was sonst an mir vorbeigegangen ist.

Die Hutmode. Sie erlebt nämlich auf dem Golfplatz ein stilvolles Comeback, geradezu einen Boom. Sogar so sehr, dass heute kaum mehr einer mit unbedecktem Kopf zum Abschlag kommt. Neben dem modischen Aspekt sollte vor allem die Funktion zählen, wobei atmungsaktive Materialien, UV-Schutz und ein guter Sitz entscheidend sind – schließlich begleitet uns die Kopfbedeckung über 18 Löcher oder deutlicher gesagt über vier bis fünf Stunden. Und das bei jedem Wetter. Ein Blick in die Geschichte des Golfsports zeigt, dass es eine Menge an Hut-Stilen gibt, die sogar professionelle Golfer berühmt gemacht haben. Der Australier Greg Norman zum Beispiel gehört zu den bekanntesten Strohhut-Trägern. Ich bin der Meinung, ein Hut darf auffallen, aber nicht dominieren. Er soll das Outfit unterstreichen. Naturtöne wirken edel und ruhig, pastellige Farben bringen Frische ins Spiel. Besonders harmonisch wirkt der Look, wenn sich die Farbwelt des Hutes in Polo, Rock, Hosen und Schuhen wiederfindet.

CAP – DAS SPORTLICHE STATEMENT
Die Baseballkappe hat ihren Ursprung in den USA und stammt tatsächlich aus dem Sport. 1849 trug das Baseball-Team der New York Knickerbockers erstmals eine Art Schirmmütze als Teil der offiziellen Spielbekleidung. Mit der Zeit gewann das Cap dann auch im Golfsport Popularität. Profisportler tragen es zudem auch, um das Logo ihres Sponsors zu zeigen.

STROHHUT – STILVOLL LEGER
Was einst an der Riviera getragen wurde, setzt heute auch auf dem Golfplatz ein selbstbewusstes Statement. Der Strohhut schützt mit seiner breiten Krempe rundherum vor intensiver Sonneneinstrahlung und lässt aufgrund seines natürlichen Materials die Luft zirkulieren. Wichtig ist die Qualität: Ein gut verarbeiteter Strohhut sitzt sicher, ist formstabil und angenehm leicht.

VISOREN – SCHICK FÜR DIE DAMEN
Ein Visor ist die Oben-ohne-Alternative zur Kappe. Er schützt zwar nicht optimal, da er den Kopf nur zur Hälfte bedeckt, dagegen wird das Gesicht gut beschattet. Gerade bei Golferinnen sind Visoren sehr beliebt, zumal sie im Gegensatz zu einem Cap nicht gleich die Frisur zerstören. Ian Poulter und Bubba Watson lieben Visoren und trugen so dazu bei, dass sie zum Must-have in die Golfmode zurückkehrt sind.

MÜTZE – MIT UND OHNE BOMMEL
Ob Bommelmütze, Strick-Beanie, Stirnband oder Caps mit Ohrenklappen – bei kälterem Wetter ist eine warme Kopfbedeckung sehr wichtig, um auf dem Golfplatz nicht zu frieren und die Ohren kuschelig warm zu halten. Der Norweger Viktor Hovland ist einer der jungen Golfprofis, die gerne Mütze tragen. Zuletzt gewann er in Torrey Pines mit Bommelmütze.

SCHIEBERMÜTZE – VERY BRITISH
Die Schiebermütze hat ihren Ursprung in Großbritannien. Dort ordnete das Parlament bereits im Jahr 1571 an, dass Männer und Jungen ab sechs Jahren, die nicht dem Adel angehörten, sonn- und feiertags eine Kopfbedeckung aus Wolle tragen müssen. Im Golfsport ist die Flatcap für Bryson DeChambeau ein Alleinstellungsmerkmal geworden und stellt laut eigener Aussage eine Hommage an sein Vorbild Ben Hogan dar.

Mein Fazit: Hut ab! Er verbindet Tradition mit Zeitgeist und zeigt, dass selbst auf dem Grün Modegefühl und Individualität Platz haben.




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