Sportlicher Auftakt beim ersten TALK@eichenheim
Eberharter, Ullrich, Bloecher, Krajak, Kapfinger
Sportlicher Auftakt beim ersten TALK@eichenheim

„Gibst du auf, bist du raus“

Stephan Eberharter, Jan Ullrich, Andi Kapfinger, Stefan Blöcher und Detlef Krajak diskutierten über „Die Grenzen von Sport und Leistung“

Das Grand Tirolia Kitzbühel war der Treffpunkt für Sport- und Diskussionsbegeisterte. Erstmals lud das Resort zum TALK@eichenheim. 120 Gäste folgten dem Ruf des Hauses, das voll ausgelastet in die neue Veranstaltungsreihe startete.

Zum Auftakt-Thema „Die Grenzen von Sport und Leistung“ diskutierten Stephan Eberharter, Jan Ullrich, Andi Kapfinger, Stefan Blöcher und Detlef Krajak, einer der führenden Osteopathen Deutschlands. Die aktiven und ehemaligen Spitzensportler gaben spannende Einblicke in die Welt des Sports. „Gibst du auf, bist du raus“ war dabei die zentrale Aussage – auch, dass die mentale Stärke einen maßgeblichen Anteil am Erfolg hat.

Stephan Eberharter, der vom Zillertal nach Kitzbühel zur Veranstaltung geradelt kam, bekannte, nie sein letztes Hemd riskiert zu haben. Auf die Frage, wie es war, oft Zweiter hinter Hermann Maier zu sein, meinte er: „Den Hermann zu schlagen war für alle schwierig, nicht nur für mich. Aber ich habe nie aufgegeben. Und Konkurrenz zu haben ist wichtig. Ich bin mir sicher, dass ich dem Hermann genauso gut getan habe.“ Jan Ullrich sah die Konkurrenzsituation positiv: „Lance hatte einen Angstgegner und das war sicher ich. Ich habe immer an den Sieg geglaubt, er hat mich aber nicht zerfressen. Umso besser die Konkurrenz, desto höher der Ansporn.“ Nach seinem Dopingvorfall stieg Jan Ullrich vier Jahre nicht mehr aufs Rad. „Ich bin tief gefallen. Das Ziel, die Tour de France zu gewinnen, ist mir – sicher zu recht – genommen worden. Das war hart. Heute fahre ich wieder aber mit einem anderen Ziel: Ich will Leute zum Sport motivieren.“

Auch Andi Kapfinger gab tiefe Einblicke in seine schwere Zeit nach seinem Unfall, der zur Querschnittslähmung führte: „Im Jänner passierte mein schwerer Unfall, im Herbst des gleichen Jahres habe ich begonnen, Monoski zu fahren. Die Zeit danach war natürlich nicht leicht, aber ist der Geist gesund, sieht man ein Licht am Ende des Tunnels. Der Sport hat mir geholfen, den Weg nach draußen zu finden. Heute denke ich mir: Jetzt erst recht. Das ist auch der Grund, warum ich in den Motorsport einsteigen werde.“

Grenzen im Sport, auch darüber waren sich die Podiumsgäste einig, gibt es. Sie müssen aber von jedem Sportler individuell eingeschätzt und beurteilt werden. Stefan Blöcher, ehemaliger Profi-Hockeyspieler, meinte dazu ganz klar: „Fehlt der letzte Biss, der letzte Wille, dann muss man anerkennen: Jetzt geht es nicht mehr und es ist Zeit, aufzuhören.“

TALK@eichenheim im Grand Tirolia Kitzbühel ist eine Mischung aus anspruchsvollem Talk mit bekannten Persönlichkeiten und Netzwerkplattform in guter Atmosphäre auf hohem Niveau. „Wir wollen einen kompetenten, sachlichen, interessanten und kurzweiligen Talk bieten, der auch zum Nachdenken anregen soll“, erklärt Prof. Schwatlo, Mit-Initiator und Ideengeber der Veranstaltungsreihe. Personen stehen dabei nicht im Zentrum, sondern das jeweilige Thema. „Bei ‚Grenzen von Sport und Leistung’ wollten wir keine Good-Guy-Bad-Guy Geschichte. Wir wollten darüber diskutieren, wie man mit Leistungsdruck umgeht, aber auch darüber, wie man es schafft, ganz nach oben zu kommen. Und das ist uns gelungen“, so Prof. Schwatlo.

„Mit TALK@eichenheim wollen wir neue Akzente in Kitzbühel setzen,“ bestätigt Mit-Initiator Matthias Engel, Geschäftsführer des Grand Tirolia Kitzbühel. „Unser Ziel ist es, zu zeigen, dass der Golfclub nicht für ‚Members only’ geöffnet ist, sondern allen offen steht. Die Veranstaltungsreihe ist der erste Schritt in diese Richtung. Wir freuen uns, dass der erste Talk so viele Menschen angesprochen hat.“

Der nächste TALK@eichenheim findet am 31. August statt und wird den Themenschwerpunkt Mode behandeln.